Gedanken auf das Wesentliche fokussieren, statt sich den Zweifeln hinzugeben

Leben trotz Essstörung ...als Langzeitbetroffene(r), als Mann, mit Adipositas.
Jede(r) hat hier seinen/ihren Platz! Was ist besonders an meiner Situation und gibt es andere, die dasselbe erleben?

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AliCe33
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Gedanken auf das Wesentliche fokussieren, statt sich den Zweifeln hinzugeben

Beitragvon AliCe33 » So 12. Nov 2017, 18:00

Hallo,

#(kurz zur Einleitung)
das ist mein erstes Mal in diesem Forum, daher hoffe ich, dass ich mit meinem Anliegen im richtigen Themenbereich gelandet bin.
Ich leide seit über fünf Jahren an Bulimie. Auch wenn ich mir hin und wieder gerne etwas anderes vormache, weiß ich inzwischen, dass ich krank bin und mein Verhalten schon seit langem nicht mehr "der Norm entspricht".
Ich bin ein ziemlich introvertierter Mensch, wenn es um meine eigenen Gefühls- und Gedankenwelt geht -so wie wahrscheinlich der Großteil aller ES-Leidenden. Daher vertraue ich mich so gut wie niemandem in meinem Umfeld an. Vor ein paar Monaten habe ich eine Therapie begonnen, leider bin ich derweilen umgezogen und habe aus organisatiorischen Gründen seit längerem keine Sitzungen mehr gehabt. (Ich habe vor, dass möglichst bald zu ändern)
Aber jetzt im Moment ist es für mich wieder schwieriger geworden, einen klaren Blick zu behalten... Da ich mit all meinen Gedanken und Gefühlen alleine bin.

#(eigentliches Thema)
Immer wenn das passiert, fange ich an über alles mögliche nachzudenken. Zu zerpflücken. Bis alles in zig Teile zerlegt ist, und ich nicht mehr weiß was ich gerade eigentlich überhaupt tue. Ich stecke eigentlich mitten im Studium, an sich macht mir das Fach Spaß und ich kann mir auch vorstellen, später ein Mal in dem Berufsfeld zu arbeiten. ... Aber jetzt fange ich wieder an zu zweifeln. "Ob ich überhaupt das richtige studiere? " Ich habe dieses Fach schon ein Mal begonnen (2 Semester), da wurde die Bulimie zwischendrin so schlimm (wegen erstem Mal von zu Hause weg, uvm), dass ich nicht anders konnte, als das Studium vorerst gegen ein FSJ einzutauschen, nach dem FSJ hab ich ein anders Fach begonnen zu studieren, nur um festzustellen, dass ich eigentlich zum ersten Fach zurück wollte. "Sollte ich überhaupt studieren? Meine ehemaligen Mitschüler machen dies und das in ihrem Leben, sind viel besser dran als ich. Was kann ich überhaupt. Inzwischen bin ich 23 Jahre alt, und habe immernoch nichts erreicht. Was ist überhaupt der Sinn meines Lebens?" etc pp
Das geht so lange, bis ich komplett den Überblick verliere, und mich verloren fühle im Leben. Wie ein Versager. ...Damit diese Gedanken aufhören, oder manchmal eben wegen dieser Gedanken, gebe ich mich meiner ES hin. Es lenkt ab, tröstet auf gewisse Weise. ... Ich weiß, dass zum Teil auch die ES ür die Entstehung solcher Gedanken verantwortlich ist. Und trotzem, kann ich in dem Moment nicht anders als mich geschlagen zu geben.

Langer Text, kurzer Sinn:
Gibt es jemanden, der vielleicht auch solche Phasen hat? Sich so schnell aus der Bahn werfen lässt und an allem zweifelt, was er anfässt? Wenn ja, hat er/sie vielleicht einen Tipp, wie ich das sein lassen kann, bzw. mich wieder auf das Wesentliche konzentieren kann?

Vielen Dank für die Geduld beim Lesen - ist etwas länger geworden, als gedacht.

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