Wenn ich ambulant Hilfe bekommen würde

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Aschenbuttel

Wenn ich ambulant Hilfe bekommen würde

Beitragvon Aschenbuttel » Di 11. Apr 2017, 20:51

Liebe Frau Einstein,

leider hat die Therapeutin ihr Versprechen nicht gehalten. Sie hatte mir im Januar einen Platz im Mai versprochen. Jetzt heißt es plötzlich frühestens August, wegen der neuen Sprechzeitenregelungen. Ich hatte das Gefühl, das mir der Boden unter den Füssen weg gezogen wird. Ich hab solange gekämpft und jetzt stehe ich wieder alleine da. Die Ärztin in der Krisenambulanz hätte mich am liebsten gleich stationär aufgenommen, aber das wollte ich nicht. Ambulante Hilfe ist mit der Abrechnung schwierig. Ich habe sämtlichen Therapeutinnen auf den AB gesprochen. Es hat nicht eine einzige zurück gerufen. Dabei wollte ich doch nur wissen wie lange die Wartezeiten sind. Eine habe ich persönlich erreicht, die meinte dann sie habe in diesem Jahr keinen freien Platz mehr. Meine Ärztin ist jetzt natürlich im Urlaub. Ich will nicht stationär gehen, ich habe nette Kollegen auf der Arbeit, endlich einen unbefristeten Vertrag. Ich weiß grad nicht, wie ich diese Wartezeit überstehen soll. Kein Wunder, dass so viele immer wieder in der Klinik landen, wenn es schon schwierig ist einen Arzttermin ambulant abzurechnen. Mich regt das grad so auf, weil ich in meiner Ausbildung gelernt habe "ambulant vor stationär", aber wie soll das gehen, wenn es ambulant zu wenig Hilfsangebote gibt. Ich hab mir so sehr Hilfe gewünscht, aber bis August kann ich nicht warten, das schaffe ich nicht, das ist zu lang. Ich weiß einfach nicht, wie ich die Wartezeit überbrücken soll. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor.

Liebe Grüße
Aschenbuttel

Therapienetz
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Re: Wenn ich ambulant Hilfe bekommen würde

Beitragvon Therapienetz » Mo 24. Apr 2017, 16:27

Liebe Aschenbuttel,

es tut mir leid, wenn es mit der Therapeutin nicht wie versprochen geklappt hat. Es gibt in der Tat eine Veränderung im Therapeutengesetzt.

Grundsätzlich stimme ich ihnen zu, ambulante Anbindung sollte vor einer stationären Therapie gehen. Aber nur, wenn dies von der Symptomatik her auch zu rechtfertigen ist. Sicherlich ist die Zeit bis August noch lange. Dennoch: Es gibt Möglichkeiten, sie in ihrer Situation zu unterstützen und evtl. müsste man über einen Kompromiss nachdenken?!

Wie könnte eine Überbrückung bis August aussehen? In München gibt es verschiedene Anlaufstellen und Beratungsstellen. Cinderella, Caritas, ANAD, Arche, Krisendienst, etc. Bitte informieren sie sich über die unterschiedlichen Möglichkeiten. Es lohnt sich dran zu bleiben!

Viele Grüße
Ruth Einstein
Beraterin im Therapienetz Essstörung, München


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am Mo 24. Apr 2017, 16:27.


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