Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Wir beantworten Fragen zur stationären Behandlung von Essstörungen.

Moderator: Parkland

ulla7
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Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon ulla7 » Mi 16. Sep 2015, 11:48

Guten Tag, liebes Team der Parklandklinik,

ich bin bereits 45 Jahre alt und aufgrund meines starken Untergewichts musste ich vor 5 Jahren in die IV Rente. Davor suchte ich immer wieder (mindestens 10 Mal) stationäre Therapien in Österreich (und auch Deutschland) auf, damit ich halbwegs meinen Job verrichten konnte.
Nun bin ich nochmals sehr abgesackt vor 4 Jahren ....
Versuche allein, mein Gewicht wieder zu steigern, doch es gelingt mir kaum.
Dem Gedanken, wieder in eine Klinik zu gehen, stand ich bisher nur skeptisch gegenüber: Denn in den Kliniken ist durch den Essdruck und das beobachtete Essen mehr Schaden als Nutzen bei mir entstanden. Ich habe regelrecht Panikattacken, wenn ich mit anderen essen soll. Auch in den Nächten kommen immer wieder Folterträume von dem Gewichtsdruck (wenn ich in einer Klinik jede Woche ... g zunehmen musste).
Ich lebe in Wien. Werden in Ihrer Klinik auch österreichische Kassenpatienten behandelt - wird das bewilligt von der Wiener Krankenkasse?
Was würden Sie mir raten: ist ein Klinikaufenthalt sinnvoll (wo ich wieder unter den wöchentlichen "Wiegedruck" gesetzt werde)?

Ich bin Ihnen sehr dankbar über einen Rat, was ich tun kann.

Viele Grüße

Parkland
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon Parkland » So 20. Sep 2015, 11:19

Hallo Ulla7,
in unserer Klinik gibt es ein Konzept speziell für Frauen mit chronifizierter Essstörung. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrer behandelnden Therapeutin bzw. Ihrer Ärztin einen individuellen Gewichtsvertrag vereinbaren können und auch das Essprogramm individuell mit Ihnen abgesprochen werden kann. Somit haben Sie nicht den klassischen "Wiegedruck", allerdings ist es wichtig, dass sich ihr körperlicher Zustand verbessert bzw. nicht verschlechtert. Darüberhinaus sind Sie nicht einer festen Essstörungsgruppe zugeteilt, sondern integriert in eine allgemeine Psychosomatikgruppe.
Ein Klinikaufenthalt ist in ihrem Fall sehr sinnvoll und dringend indiziert!
Ob auch österreichische Kassenpatienten behandelt werden, kläre ich mit unserer Aufnahmeabteilung und ich werde Sie umgehend darüber informieren.
Gerne können Sie sich aber auch direkt mit unserer Aufnahmeabteilung bezüglich der Kostenübernahme in Verbindung setzen.
Sollten die Kosten übernommen werden und Sie sich für unsere Klinik entscheiden können, vereinbaren Sie ein ambulantes Vorgespräch (in Ihrem Fall aufgrund der Entfernung ist dies auch telefonisch möglich), um weitere individuelle Fragen klären zu können.
Wichtig bei Ihrem aktuellen BMI: Unsere Oberärztin wird im Fall einer Aufnahme prüfen, ob eine vorübrgehende Verlegung in unser Kooperationskrankenhaus notwendig ist oder die Behandlung direkt in unserer Klinik erfolgen kann.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.
Mit freundlichen Grüßen
A. Zanko

ulla7
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon ulla7 » So 20. Sep 2015, 18:53

Sehr geehrter Herr Zanko,
Vielen Dank für Ihre ausführliche und beruhigende Antwort. Ich bin sehr dankbar, wenn Sie für mich abklären können, ob eine Kostenübernahme möglich ist, wenn ich bei der Wiener Gebietskrankenkasse versichert bin.
Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich trotz des sehr niedrigen BMIs nicht in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müsste. Dieses Gewicht habe ich leider schon 2 Jahre lang - die Laborwerte werden in regelmäßigen Intervallen von meinem Hausarzt überwacht.
Ich werde bei meinem Hausarzt versuchen, Informationen bez. eines Auslandsaufenthalts zu erhalten. Dieser kennt meine Angst vor einer Sondenbehandlung (wie sie hier in den Krankenhäusern mit meinem Gewicht leider üblich ist) und drängt mich nicht zu einem stationären Aufenthalt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart - vielen Dank für Ihr Engagement sogar am Sonntag!

Parkland
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon Parkland » Di 22. Sep 2015, 10:17

Sehr geehrte Ulla7,
ich habe mit unserer Aufnahmeabteilung gesprochen:
Prinzipiell ist eine Kostenübernahme auch aus dem Ausland möglich. Unsere Aufnahmeabteilung benötigt einen "Auslandsschein S2", den Sie von Ihrer Krankenkasse bekommen. Es wäre gut, wenn Sie Kontakt zu Ihrer Krankenkasse aufnehmen, um abzuklären, ob Ihre Kasse Ihnen diesen Schein ausstellt. Damit garantiert dann Ihre Krankenkasse, dass sie die Kosten für unsere Klinik übernimmt. Alles weitere klärt dann unsere Aufnahmeabteilung für Sie.
Wenn Sie sich für einen Aufenthalt in unserer Klinik entscheiden können und mit Ihrer Krankenkasse gesprochen haben, würde ich Ihnen empfehlen, sich mit unserer Aufnahmeabteilung in Verbindung zu setzen.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern wieder zur Verfügung.
Viele Grüße aus Bad Wildungen
Annika Zanko

ulla7
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon ulla7 » Do 1. Okt 2015, 13:46

Sehr geehrte Frau Zanko,

vielen Dank für die Auskünfte bezüglich der Krankenkasse und des Auslandsscheins S2, den Sie für eine Aufnahme bräuchten.
Ich werde mich bei meiner Krankenkasse und bei meinem Hausarzt erkundigen, ob ein solcher Schein ausgestellt wird.
Noch wichtig für mich zu wissen: auf der Homepage steht, dass unter BMI 13 eine Verlegung statt findet. Ist es dann überhaupt sinnvoll bei starkem Untergewicht, nach Deutschland zu kommen)? [...] . Was findet in dem Krankenhaus, wohin man verlegt wird, statt? Ich möchte nicht über die Sonde oder künstlich ernährt werden.
Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie mir das auch noch detailierter schildern können.
Vielen Dank und viele Grüße!
Zuletzt geändert von Loewen_maeulchen am Fr 2. Okt 2015, 10:31, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Liebe ulla7, da genaue Zahlenangaben für betroffene Mitleser sehr belastend/triggend sein können, habe ich sie editiert und schicke sie Frau Zanko direkt. Danke für Ihr Verständnis!

Parkland
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon Parkland » Fr 2. Okt 2015, 11:53

Hallo Ulla7,
unsere Oberärztin prüft, ob eine Verlegung statt finden muss und würde dies dann mit Ihnen besprechen. Dies ist nicht zwangsläufig der Fall, hängt aber vom Einzelfall ab.
In dem Kooperationskrankenhaus ist die medizinische Überwachtung intensiver (z. B. EKG, Elektrolyte etc.) und natürlich im Notfall eine schnellere Versorgung gewährleistet. Ob eine Sonde gelegt werden muss bzw. Sie künstlich ernährt werden müssen, hängt von Ihrem Essverhalten ab. Sollten Sie ins Krankenhaus verlegt werden, trifft die Oberärztin mit Ihnen eine Vereinbarung, unter welchen Voraussetzungen eine Rückverlegung in unsere Klinik möglich ist.
Ich würde Ihnen empfehlen, ein unverbindliches Vorgespräch mit unserer Aufnahmeabteilung zu vereinbaren, damit Sie ganz individuell über die aktuelle Symptomatik, Essverhalten und BMI sprechen können und um ganz persönliche Fragen stellen zu können.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Viele Grüße
Annika Zanko

ulla7
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Re: Als Österreicherin ins Programm für chronische Magersucht

Beitragvon ulla7 » Fr 2. Okt 2015, 20:37

Sehr geehrte Frau Zanko,
zuerst einmal: vielen Dank, dass Sie immer so schnell und genau meine Fragen beantworten!
Ich werde wohl wirklich am besten mit der Aufnahmeabteilung telefonieren, sobald ich von meiner Kasse und meinem Arzt Genaueres weiß, ob ein Auslandsaufenthalt finanziert werden würde.
Vorher kann ich gar nichts entscheiden - auch wenn ich den hier in jedem Fall angewendete Methode der Sondenernährung nicht gefällt.
Eine Sonde gelegt zu bekommen, werde ich mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, solange ich auf normalem Weg Essen zu mir nehmen kann.
Ihre Auskunft, dass bei Ihnen die künstliche Ernährung nur eingesetzt wird, wenn mein Essverhalten das notwendig macht, hat mich beruhigt. Ich esse regelmäßig und bin bereit, auch diesbezüglich mit zu arbeiten.
Vielen Dank nochmals für Ihre Beruhigung. Viele Grüße!


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