Verzweiflung

Wer bin ich? Wer ist noch hier? Was hindert mich daran normal zu essen? Was steckt hinter meiner Essstörung?

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Iiiv
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Re: Verzweiflung

Beitragvon Iiiv » Sa 11. Mär 2017, 01:27

Hallo an alle,

ich möchte mich zunächst einmal bei euch bedanken. Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele meiner annehmen und ich fühle mich schon fast egoistisch, da ich nur über meine "Probleme" rede. Ich möchte natürlich auch für euch da sein, aber finde gerade nicht die Kraft dazu, da ich zu sehr mit mir beschäftigt bin.

Ich weiß nicht, was ich genau befürchte, wenn ich dem Arzt alles erzähle... Ich fühle mich noch nicht bereit dazu, diesen Schritt zu gehen. Es hat mich schon viel Überwindung gekostet, es meinen Eltern zu sagen und jetzt sogar noch meinem Freund und ich fühle mich ein Stück weit befreiter. Mein Freund hat wirklich ganz toll reagiert! Das hat mich sehr erleichtert..

Ihr könnt schon recht damit haben, dass es eine Ursache gibt, die ich noch nicht sehe.. Ich will sie erstmal selbst suchen, falls es eine geben sollte. Es kann halt wirklich mit dem Perfektionismus zusammenhängen. Da muss ich mich noch weiter mit auseinandersetzen. Nur mit Hilfe einer Therapie möchte ich das noch nicht. Da fehlt mir noch der Mut zu.

Und nochmal vielen, vielen lieben Dank, dass ihr euch mit meinem Anliegen beschäftigt. obwohl es euch wahrscheinlich auch nicht gut geht.

Liebe Grüße

MarieAnne
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Re: Verzweiflung

Beitragvon MarieAnne » Sa 11. Mär 2017, 08:32

Hallo Iiiv,

mach dir keinen Kopf - keiner erwartet von dir hier eine Art "Gegenleistung" :) . Keiner findet dich egoistisch. Du bist hier, du brauchst/suchst Hilfe - das reicht völlig aus. Es ist völlig ok, wenn es für dich hier nur um dich geht. Wenn du hier für dich deinen Weg gehst und weiter suchst. Wenn du später mal was bei anderen zu sagen hast/möchtest, in eine Diskussion einsteigst - immer willkommen. Wenn nicht, ist das genauso gut.

Ich selber kriege auch sehr schnell ein schlechtes Gewissen, wenn ich sehe, anderen geht es nicht gut und ich schreibe noch nicht mal einen lieben Satz, weil mir die Kraft dazu fehlt. Aber es ist absolut gesund, sich abzugrenzen, sich nicht sofort verantwortlich/verpflichtet zu fühlen. Auf seine Kräfte zu achten. Erstmal zu schauen, dass man selber wieder auf die Beine kommt, bevor man sich die Probleme anderer noch zusätzlich zu sehr zu Herzen nimmt. Man kann nur für sich selber wissen, was grad geht.

Du hast ja auch schon wichtigte Schritte gemacht, dich der Familie/Freunden anzuvertrauen. Ich weiß, so was kostet Mut. Sich erstmal eingestehen, dass da was nicht stimmt und man Hilfe braucht. Super, dass dein Freund so hinter dir steht! So was finde ich immer super wichtig, dass man nicht so allein ist mit allem.

Alles Liebe
Marie

6lueckskeks
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Re: Verzweiflung

Beitragvon 6lueckskeks » Fr 16. Jun 2017, 14:06

Liebe liiv,
Was ich dir jetzt noch empfehlen kann ist jemand, der dich in deiner schwierigen Zeit begleitet. Das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber als ich total überfordert mit dem ganzen Thema "die richtige Menge Essen" war, hat es mir sehr geholfen mich immer in Gesellschaft zu begeben.
Ich habe also dafür gesorgt, dass ich feste Essenszeiten habe, die strikt eingehalten werden. Dann habe ich dafür gesorgt, dass so gut wie immer jemand anwesend ist, der mit mir zusammen isst.
Ich habe dann zum Beispiel versucht, meinen "normalessenden" Gegenüber in Sachen Menge und Geschwindigkeit beim essen nachzumachen.
Hat mir persönlich sehr geholfen.
Letzte woche war ich zum beispiel im Urlaub und meine Mutter war bdi jeder kleinigkeit die ich gegessen habe anwesend. Das gibt einem ein sicheres Gefühl und man hat auch garnicht die Gelegenheit wahllos sachen in sich hineinzustopfen, isst aber trotzdem angemessen.
Ich hoff das hilft dir weiter!
xoxo 6lueckskeks

Iiiv
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Re: Verzweiflung

Beitragvon Iiiv » So 18. Jun 2017, 14:42

Liebe 6lueckskeks,

das was du schreibst, ist wirklich wahr. Denn genau das habe ich auch schon festgestellt. Und es klappt auch! Das Problem ist nur, dass ich im Schichtdienst arbeite. Dadurch gibt es einige Zeiträume, an denen normale Menschen arbeiten und ich frei habe. Und dann gibt es auch niemanden, mit dem ich zusammen essen kann. Außerdem kann ich durch den Schichtdienst keine regelmäßigen Essenszeiten einhalten...
Ich bin jedoch dabei, für die Zeiträume, in denen ich alleine bin, Ablenkungen zu organisieren. Z.b. habe ich mir ein Rätselheft gekauft. Manchmal klappt es, manchmal jedoch nicht. Ich muss jedoch dran bleiben und denke, dass das alles auch Kopfsache ist und Zeit braucht..
Ebenso versuche ich für mich für jede Schicht bestimmte Essenszeiten zu planen.. fällt mir jedoch noch schwer..
Aber vielen Dank für deine Tipps! Bin für jeden Vorschlag zu haben!


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