Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Wer bin ich? Wer ist noch hier? Was hindert mich daran normal zu essen? Was steckt hinter meiner Essstörung?

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Larina1016
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Larina1016 » Mo 2. Okt 2017, 21:22

Liebe Mi_Suerte,
wie schön von dir zu lesen.
Hm naja wie soll ich sagen... dein Gefühl täuscht dich mal wieder nicht. Ich bin mir nur leider nicht sicher, ob ich es in Worte fassen kann was mich im Augenblick so sehr belastet. :(
Ich denke es ist die Summe aus dem Ganzen. Das Auf und Ab in meiner Therapie, dann wieder die Motivation was zu ändern und schon am nächsten Tag wieder die Unsicherheit und Angst vor Veränderungen. Der kraftraubende Alltag und oft auch der damit verbundene Frust, nie das zu schaffen was man sich vornimmt. Schwierige Situationen mit Freunden und Familie und immer die Angst mit den Diagnosen "aufzufliegen".

Zugegebenermaßen lief es in den letzten 2 Wochen tatsächlich wieder besser mit dem Essen, was in mir natürlich aber auch gleich wieder den Gedanken entstehen lässt, ob ich das überhaupt will? Oder zum anderen... ich kann doch Essen wenn ich will, dann brauche ich doch eigentlich gar keine Hilfe?
Noch gestern war ich gedanklich bereit mit meiner Therapeutin endlich an dem Essvertrag weiter zu arbeiten. Heute frage ich mich ob das wirklich nötig ist. Dann diese zusätzlichen Termine bei der Ernährungsberatung... muss das alles wirklich sein? So dramatisch ist mein Zustand doch gar nicht. Es gibt viel schlimmere Fälle, dagegen fühle ich mich wirklich lächerlich.

Dann geht es mir wie so vielen anderen hier vermutlich auch. Die Angst vor dem "neuen" oder "anderen" Leben, vor dem was alles auf einen zukommt. Vielleicht auch ein bisschen Angst nicht mehr beachtet zu werden, sich nicht mehr "besonders" zu fühlen. Oder auch die Angst vor dem was unter/hinter der Essstörung steckt? Möchte ich das überhaupt wissen? Kann ich das überhaupt aushalten oder ist die Essstörung vielleicht das kleinere Übel, womit ich ja im Augenblick ganz gut leben gelernt habe und klar komme?

Ich befürchte es ist immer das Gleiche. Ich komme immer und immer wieder an den gleichen Punkt, an dem ich immer und immer wieder eine Entscheidung treffen muss. Es ist so kraftraubend und ich weiß einfach nicht, wie oft ich es noch schaffe mich für den gesunden Weg zu entscheiden. Die regelmäßigen Rückschritte sind einfach so belastend und gleichzeitig so aufbauend.

Also was soll ich sagen? Zusammenfassend fühle ich mich so leer, verzweifelt, kraftlos und traurig!

Lieben Dank für dein Kraftpaket! Schön dass du mir geschrieben hast. Auch wenn es immer wieder das gleiche Kopfchaos ist, tat es gut es hier mal wieder geschrieben zu haben. :oops:
LG Larina

Mi_Suerte
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Mi_Suerte » Mo 2. Okt 2017, 22:07

Hallo liebe Larina,
schön, dass du mir geantwortet hast, ist ja jetzt doch schon ein Weilchen her, das wir Kontakt hier hatten.
Ich sage es immer wieder, auf meine Vögelchen ist Verlass, die zwitschern mir schon, wenn es dir schlecht geht.
Das, was du da beschreibst kann ich so gut nachvollziehen, weil einerseits weiß man was man hat, aber andererseits auch was man möchte, nur leider ist das Ziel so schwammig, gar nicht greifbar. Man hinterfragt sich, lasse ich mich auf die Blindfahrt ein oder bleibe ich doch lieber da, wo ich jetzt stehe, aber wer garantiert mir, dass ich da tatsächlich stehen bleiben darf und die Essstörung nicht immer mehr Raum einnimmt. Aber dann fragt man sich, habe ich überhaupt eine Wahl, weil so wie es gerade ist, kann ich es auch nicht aushalten. Aber man möchte eine Wahl haben, da kommt dann das Gefühl der Wut dazu. Und schon ist das perfekte Kopfchaos perfekt. Und ich fürchte das Schwierigste an der Sache ist, dass man sich jeden Tag aufs Neue sich für den neuen Weg entscheiden muss, was einem zusätzlich Kraft raubt und man ja keine Ahnung hat, wohin die Reise führt. Was könnte einem dabei helfen, dass man nicht so alleine ist auf seiner Reise? Also ehrlich gesagt hat mir es geholfen, die Zuversicht meiner Therapeutinnen, die waren so von mir überzeugt das ich das schaffen kann, dass es ansteckend war, obwohl ich mich sehr lange gefragt habe, warum glauben die ausgerechnet, dass ich es schaffe, warum nicht xy, aber durch deren Auftreten hat es mich "einfach" hoffen lassen und ich habe mich auf das "Experiment" Stabilität erreichen eingelassen, aber mein Verlauf war definitiv nicht gradlinig.
Ich bin der Meinung, der Kopf macht es uns auch nicht gerade leicht, diese ständigen Meinungsänderungen, Konflikte, man hat den Eindruck, der weiß selbst nicht was er möchte und ist völlig überfordert mit dem Gedanken stabil werden zu wollen, bislang hat er alleine regiert, da wundert einem das Chaos nicht :?

Larina, wer bestimmt das, wer wie viel Hilfe bekommt, wem Therapie zusteht und wer es "alleine" schaffen muss? Früher habe ich auch so gedacht, aber mittlerweile bin ich der Meinung, es ist ein Grundrecht eines jedem, der Hilfe möchte, auch Unterstützung bekommt, weil es ist doch unterschiedlich, jeder sieht den Anderen gern mit anderen Augen. Bei mir war es so, dass ich mich gefragt habe, bin ich es wert, Unterstützung zu bekommen, bei mir ist das in der Kindheit verwurzelt, diese Abwertung, sich in den Hintergrund stellen, bzw. die Anderen in den Vordergrund.

Abschließend kann ich nur sagen, ja, es kostet jede Menge Kraft, aber es wird mit der Zeit leichter und der Weg lohnt sich auf jeden Fall, obwohl ich auch verstehen kann, dass es nicht unbedingt greifbar ist und damit nicht real.

Ich lasse dir ein "Mut-mach-und-Kraftpaket" da
LG Mi_Suerte

Larina1016
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Larina1016 » Fr 6. Okt 2017, 12:20

Liebe Mi_Suerte und auch ein hallo an alle anderen,

ich bin so durcheinander, so wütend und gleichzeitig fühle ich mich irgendwie ertappt. :cry:

Wie soll ich sagen? Meine eigentlich relativ große Motivation wurde heute leider zu Nichte gemacht. Mein täglicher Kampf, meine Bemühungen, mein guter Wille soll alles nur Hinhaltetaktik sein? Eigentlich hatte ich schon das Gefühl, dass die letzten Wochen besser liefen was ich heute auch bei meiner Therapeutin geäußert habe. Leider zeigte die Waage keine Verbesserung, was unser Gespräch schnell in eine andere Richtung verlaufen ließ. Oder waren es die detaillierten Protokolle der Ernährungsberaterin, die sie durchgesehen hat? Ich weiß es nicht genau, aber auf jeden Fall war wieder die Rede von großem Widerstand und dass ich immer nur so viel mitarbeite, dass die Therapie weiter läuft.
Sie sagt, dass ich schon gesund werden möchte, aber eigentlich nur mit meinem aktuellen Gewicht und dass das nicht funktionieren kann. Sie sieht meine Bemühungen, wirft mir aber vor, dass diese immer nur so groß seien, wie ich mein Gewicht halten kann. Dass ich mein Gewicht halte und nicht weiter abnehme ist im Grunde schon gut, aber nach diesem Zeitraum erwartet sie jetzt eine klare Steigerung. :( Es gab ja tatsächlich auch schon Gewichtssteigerungen, aber sobald ich die Möglichkeit dazu hatte, bin ich über die Hintertür wieder in den "Rückfall" gegangen.
Ich glaube das Schlimmste ist, dass sie Recht hat. :cry: Ich will gesund werden, ich will dass es mir besser geht, aber ich will eben auch nicht zunehmen.
So und jetzt? Fühle mich wieder an den Anfang gestellt... Ich weiß nicht was ich wirklich will... Ich habe Angst...

Ich muss mir aber nun bis zu unserem nächsten Termin überlegen, wie ich weiter machen möchte. Entscheide ich mir für meine Krankheit, werde ich allein damit bleiben müssen, dann wird sie die Therapie nicht fortsetzen. :shock:
Ich weiß aber auch dass ich es allein nicht schaffen werde, aber das Durcheinander in meinem Kopf lässt mich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Am liebsten würde ich den nächsten Termin erst einmal absagen um mir mehr Zeit zu verschaffen.

Ich muss mich jetzt wieder meinem Leben als Mutter zuwenden. :oops: Ich hoffe die Ablenkung tut mir gut und meine Nerven halten dem Alltag stand!

Liebe Grüße
Larina

kleiner Feendrache
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon kleiner Feendrache » Fr 6. Okt 2017, 21:09

Ach herrje, hab das erst jetzt gelesen und schreib jetzt wenigstens kurz, dass ich an dich denke. Ich kann deine Verzweiflung nachvollziehen, denn das ist es, wovor ich auch so große Angst habe. Fühl dich gedrückt von mir....

Larina1016
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Larina1016 » So 8. Okt 2017, 20:44

Hallo an alle,

liebe Feendrache, danke für deine lieben Worte und deinen Drücker. Ich hoffe ich habe dir mit meinem Beitrag nicht noch mehr Angst gemacht, als du eh schon hast. Ich war nur so schrecklich aufgewühlt und wusste nicht wohin mit meinen Gedanken. Reden ging mal wieder gar nicht, aber wenigstens schreiben. :roll:

Ich habe mich inzwischen auch wieder ein bisschen beruhigt. Zum Glück habe ich mittlerweile eine sehr liebe Freundin an meiner Seite, die mir immer wieder hilft, die Dinge auch aus einer anderen Sicht zu betrachten. So habe ich nun über das Wochenende versucht eine Liste zu erstellen, in der ich beide Wege gedanklich zu Ende führe.
Sprich "wie geht es weiter wenn ich mich für die Krankheit entscheide?" und "wie könnte mein Leben weiter gehen, wenn ich die Therapie fortsetze und mich meinen Ängsten stelle?"
Beides fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, da ich manche Konsequenzen der Krankheit für mich als so unrealistisch sehe. Dafür sehe ich mich mal wieder als nicht krank genug an. Trotzdem ist es mir gelungen ein paar Punkte zu Papier zu bringen und darüber bin ich fast ein bisschen stolz.
Ich erhoffe mir damit auch meine Therapeutin ein Stück weit überzeugen zu können, dass der Wille schon vorhanden ist und sie die Therapie mit mir fortsetzt. Wie gerne würde ich jetzt sagen, ich stelle mich ab sofort diesen Ängsten und werde endlich wieder zunehmen, aber das kann ich leider noch nicht. Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben dass der Punkt kommen wird, wo ich endlich neu Anlauf nehmen kann.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag Abend.
LG Larina

kleiner Feendrache
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon kleiner Feendrache » So 8. Okt 2017, 22:31

Hallo!

Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, dass du das geschrieben hast. Es hat dir bestimmt ein Stück weit gut getan und das ist das wichtigste. Ich freue mich für dich, dass du so eine gute Freundin gefunden hast, mit der du darüber reden kannst, dann bist du nicht ganz allein damit.

Wann ist dein nächster Termin? Deine Vorgehensweise finde ich sehr gut. Auch wenn eine Entscheidung wirklich schwierig ist, vor allem weil man sich doch viel schön redet. Aber vielleicht braucht man auch einen gewissen Druck um weiter zu kommen :? Wie lange bist du denn jetzt in Therapie?

Ich möchte mir deine Situation gar nicht vorstellen, bei mir ist es so, dass ich wirklich auf Hilfe hoffe, Hilfe dabei, dass es in meinem Kopf endlich Klick macht, aber ich wahnsinnige Angst vor dem Schritt der Veränderung habe. Und dann total blockiere.

Hat deine Therapeutin auch mal einen Klinikaufenthalt angesprochen? Vielleicht gibt sie dir ja noch etwas Zeit wenn sie sieht, wie ernsthaft du dich damit auseinandersetzt welchen Weg du gehen möchtest/ kannst.

Ich wünsch dir alles Gute und viel Kraft für weitere Entscheidungen.

kleiner Feendrache
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon kleiner Feendrache » So 15. Okt 2017, 00:25

Hallo Larina!

Hab öfter an dich gedacht. Wie geht es dir denn jetzt? Konntest du eine Entscheidung fällen? Magst du berichten, wie es dir diese Woche ergangen ist? Aber wirklich nur, wenn du es möchtest und dir danach ist....

LG Feendrache

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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Larina1016 » So 15. Okt 2017, 22:58

Liebe Feendrache,
es tat gut zu lesen, dass du an mich gedacht hast. Gerne möchte ich dir berichten wie mein aktueller Stand ist.

Meinen letzten Termin hatte ich vergangenen Dienstag. Die Liste fand meine Therapeutin gut, auch wenn sie bereits an meiner Formulierung gemerkt hat wie wenig ich selbst an manche Dinge oder Ziele glaube. Sie wollte eine klare Entscheidung für welchen Weg ich mich entscheide. Ich habe ihr gesagt, dass ich es gerne noch einmal versuchen würde zu zu nehmen. Sehr glaubwürdig habe ich mich dabei selbst nicht gefühlt. :oops:

Ich habe nun neue Auflagen bekommen und wenn ich diese nicht erfülle, wird sie mir keine weitere Chance geben. Ich muss jetzt eine wöchentliche Zunahme von x kg schaffen. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ich mich nach dieser Stunde gefühlt habe. Verzweiflung, Angst und Wut haben sich breit gemacht. Eigentlich wusste ich gar nicht mehr was ich machen soll und ob ich es überhaupt schaffen kann.
So genau weiß ich das leider immer noch nicht, aber ich kämpfe mich nun von Tag zu Tag durch meine Essenspläne und bin jeden Abend froh wenn ich meine letzte Mahlzeit hinter mir habe.
Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass ich inzwischen auch bei einer Ernährungsberaterin bin. Sie hat mir jetzt im Prinzip genau ausgerechnet wieviel ich an Nahrungsmittel benötige um x kg zu zu nehmen. Somit habe ich jetzt ziemlich viele Mahlzeiten und vorgegebene Lebensmittel in verschiedenen Variationen. Diese vielen Listen von Lebensmittel erschlagen einen förmlich.
Ich muss schon zugeben, dass mir die Portionsgrößen ziemlich zu schaffen machen. Es gibt Mahlzeiten die ich als machbar empfinde und welche die mich zur Verzweiflung bringen. Tatsächlich habe ich aber auch festgestellt, dass mir diese klaren Mengenangaben ein Stück weit Sicherheit geben. Die Wochen zuvor war es immer so, dass ich ja schon oft versucht habe meine Portionsgrößen zu optimieren, mir aber das Gefühl für eine "normale" Portion fehlte.
Nun habe ich aber natürlich Angst vor meinem nächsten Termin. :( Was ist wenn es nicht gereicht hat und meine ganzen Bemühungen umsonst waren? Was ist wenn die Waage wirklich mehr anzeigt? Komme ich dann damit überhaupt klar? Schaffe ich es mich weiterhin an diese Pläne zu halten?
Um mein momentanes Zielgewicht zu erreichen, sind es schon noch ein paar Wochen und ich habe wahnsinnige Angst, dass mir auf dem Weg dort hin die Puste ausgeht. Ich denke du verstehst wie ich fühle! :(

Um deine anderen Fragen noch zu beantworten: Ich bin jetzt ziemlich genau 1 Jahr in Therapie und oft habe ich das Gefühl überhaupt nicht voran zu kommen, auch wenn ich natürlich weiß dass das Quatsch ist. Die eigenen Ansprüche sind nur einfach immer viel zu groß und somit fällt es mir sehr schwer die kleinen Fortschritte zu erkennen.

Ich kann so gut verstehen, dass du auf diesen Moment wartest in dem es Klick macht. Ich bin mir nicht einmal sicher ob es das bei mir gemacht hat, aber im Augenblick ist der Druck so hoch, dass ich mich zwangsläufig darauf eingelassen habe. In manchen Momenten bin ich sogar ein bisschen froh über diesen Druck, weil ich somit jetzt quasi gezwungen wurde es zu versuchen um meine letzte Chance wahr zu nehmen. Es fühlt sich so an, als wäre ich nicht ganz allein Schuld, dass ich jetzt so "viel" esse. Verstehst du was ich meine?

Ein Klinikaufenthalt war bisher nie Thema in meiner Therapie. In meiner letzten Stunde waren wir uns allerdings einig, dass ich dort vermutlich irgendwann landen würde, wenn ich mich für die Krankheit entschieden hätte.

So das war nun mein kurzer oder eigentlich langer Einblick in meine momentane Situation. :roll:

Vielen lieben Dank für deine Wünsche und Gedanken!
Liebe Grüße
Larina

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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Mi_Suerte » So 22. Okt 2017, 21:56

Hallo liebe Larina,
wie geht es dir inzwischen? Kommst du mit deinen Plänen zurecht? Ich kann mir vorstellen, dass es am Anfang sehr ungewohnt ist, nach so einer fixen Struktur zu essen. Bei mir war es zumindest so, obwohl ich dazu sagen muss, dass ich es mir ambulant noch um einiges schwerer vorstelle, als im stationären Setting.
Ich bin sehr erleichtert zu lesen, dass du jemanden an deiner Seite hast, die dich auf diesem doch beschwerlichen Weg zur Seite steht. Leider kann man als Außenstehende immer nur begleitend fungieren, den Weg an sich muss man leider selber gehen, aber es ist gut zu wissen, wenn man nicht alleine ist. Vor allen Dingen wenn man Gedankengänge „bespricht“ nicht auf Unverständnis stößt.
Ich verstehe dich/euch so gut, dass Ziel ist so schwammig, viele beschreiben, wie schön das Ziel ist, aber für einen selber fühlt es sich so weit weg an und man fragt sich, wie kann ich dieses Ziel erreichen und kann ich es überhaupt erreichen? Larina, was ich mittlerweile so alles von dir gelesen habe, habe ich ein gutes Gefühl, was ich aber nicht definieren kann.
Ich lasse eine große Portion Kraft hier.
LG Mi_Suerte

Larina1016
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Re: Diagnose MS akzeptieren aber wie?

Beitragvon Larina1016 » Mo 23. Okt 2017, 21:40

Hallo liebe Mi_Suerte und auch ein hallo an alle anderen ;),

wie schön wieder von dir zu lesen. :-) So wie es aussieht hattest du es mal wieder im Gefühl, dass ich meine Gedanken und Gefühle nicht so richtig sortiert bekomme. Vielleicht hilft mir genau das hier wieder ein wenig Ordnung zu schaffen in meinem Kopf!

Ich empfinde meine Essenspläne nicht nur als sehr ungewohnt, sondern als sehr belastend. Gefühlt bin ich den ganzen Tag am Essen und "verschwende" viel zu viel Zeit damit. Jeden Tag frage ich mich aufs Neue ob es wirklich das ist was ich will. Diese Mengen, diese Nahrungsmittel, diese Häufigkeit und dennoch der Druck und immer die Angst dass es vielleicht trotzdem nicht reichen könnte um zu zunehmen. :(
In der ersten Woche habe ich es knapp geschafft, aber seither fühlt es sich schon wieder so an als wäre die Luft raus. Ich ertappe mich immer wieder selbst dabei, wie ich an meinen Plänen und an der Auswahl der Nahrungsmittel schraube, um das "geringste" für mich rauszuholen. :oops: Es ist zum verzweifeln und der nächste Wiegetermin steht natürlich auch diese Woche noch an. Im Grunde weiß ich genau was passieren wird, wenn ich die Vereinbarungen nicht einhalte und trotzdem fühle ich mich in vielen Momenten einfach zu schwach um den Kampf immer und immer wieder zu kämpfen. Blöderweise hat mich auch noch so eine fiese Erkältung erwischt und seit dem fällt mir das Essen gleich nochmal viel schwerer. Leider bezweifele ich, dass meine Therapeutin auf Grund dessen eine Ausnahme machen wird und ein Auge zu drückt. Denke viel mehr dass sie es als Ausrede sehen könnte, dass ich wieder reduziert habe. Schätze das Ei der Unglaubwürdigkeit habe ich mir in den letzten Monaten selbst gelegt. :oops:

In diesem Zusammenhang muss ich mich zu meinem letzten Beitrag auch noch ein wenig korrigieren. Meine wöchentlich vereinbarte Zunahmen sind nicht x kg, sondern vielmehr x g. Meine Therapeutin orientiert sich hier ganz stark an den Vorgaben die auch in den meisten Kliniken gelten. Wobei ich ihr das letzte Mal auch gesagt habe, dass ich diese Gewichtszunahme von x g für eine ambulante Therapie sehr viel finde. Sie meinte, sie könne mich ja auch einweisen wenn mir das lieber wäre. :shock: Naja wohl kaum ... :(
Aber natürlich hat mich mein Alltag mit den Kindern usw. fest im Griff und in diese straffen Zeitpläne passen so viele Mahlzeiten einfach nicht mit rein. Dennoch käme eine Klinik für mich nie in Frage, allein schon wegen der Kinder. Ich würde das alles nicht organisiert bekommen, also muss ich es so schaffen. :oops:

Meine Ernährungsberaterin hatte mir eigentlich zu meinem Ernährungsplan so Trinknahrungen empfohlen, aber im Augenblick sträube ich mich noch so sehr dagegen, dass ich sie immer noch nicht bestellt habe. Im Grunde weiß ich, dass es mir damit vermutlich oft leichter fallen würde, aber gleichzeitig wäre das auch ein weiterer Schritt Richtung "Krankheit eingestehen". Als so krank fühle ich mich nach wie vor nicht. :roll:

Ich bin auch unendlich dankbar inzwischen jemanden an meiner Seite zu haben, mit der ich viele Gedanken und Gefühle teilen kann. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich schon längst wieder aufgegeben. Sie versteht mich oft auch ohne große Worte und es tut einfach so gut zu wissen, dass man damit nicht mehr so allein ist. Ich hoffe so dass ich sie nicht überstrapaziere und es ihr doch irgendwann zu viel wird mit mir. Mit diesem ständigen Auf und Ab kann ich mich nämlich selbst oft nicht ausstehen. :(

Ich danke dir für dein Kraftpaket und werde es auf jeden Fall mit in die kommenden Tage nehmen.
LG Larina


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