Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Therapie - ja oder nein? Welche Therapie hilft mir? Was hat mir sonst geholfen? Was hilft mir jetzt? Wer wohnt in meiner Gegend und mag sich mit mir treffen?

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rubie
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » So 26. Jun 2016, 11:13

liebes löwenmäulchen,

danke für deinen erfahrungsbericht, ich weiß genau was du meinst. während meiner klinikaufenthalte war ich tatsächlich eine von denen, die in gruppensitzungen gar nichts von sich preis gegeben hat. ich machte so einen "guten" eindruck (pflegeleicht, anderen zugewandt, klar), dass ich bald gefragt wurde warum ich überhaupt da sei. einzig in den einzelsitzungen konnte ich mich öffnen und da hat es sich lange angefühlt, als wär es nie genug, obwohl ich laaang und episch herum reflektierte. klärung braucht bei mir immernoch viel verbalisierung, andere perspektiven und ja, wie du auch schreibst, habe ich das mächtige glück einen großen freundeskreis zu haben, der mich in meiner anstrenglichkeit nimmt und liebt, wie ich bin. damals habe mich permanent sooo geschämt. mich immer so falsch, verkehrtund wertlos gefunden. ich glaube, es gehört zu meiner gesundung dazu, dass ich mich immer wieder traue auch anstrengend zu sein. denn erst wenn ich ganz ich selber bin, mich wage mich zu zeigen, kann ich auch die dinge lernen, die ich lernen muss. z.b. die geschwindigkeit des d-zugs auf ein gesundes maß zu drosseln ;)

danke dir noch einmal! und es freut mich sehr zu lesen, das du die Es ganz hinter dir lassen konntest! wie wundervoll!

herzliche grüsse,
rubie

rubie
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » So 26. Jun 2016, 11:26

liebe gernegroß,

freut mich von dir zu lesen! ich hab tatsächlich weniger schweißausbrüche nach den knapp drei monaten, die ich das zeug nun nehme. aber nebenwirkungen tauchen immer wieder auf. vor allem dieses händezittern...

wie sind deine und eure erfahrungen mit der einnahme-dauer? ich hatte mich auf ein jahr mit dem medikament eingestellt, wird das reichen? wird mein serotoninspiegel dann dauerhaft stabilisiert worden sein? ich finde es echt so krass, das die unmittelbaren ES-symptome jetzt einfach weg sein sollen... 10jahre! :( 10 verflucht jahre... ich kann mich natürlich umso mehr freuen, dass ich dazu jetzt mehr und mehr abstand gewinne. ich bin sehr froh, dass ich der freundin, mit der ich zusammenziehen werde, recht früh und direkt gesagt hab, was mit mir los war. denn es kommt ja wieder ein winter und stress und überforderung und wer weiß wie's sich's dann entwickelt.

da wär ich auch gespannt auf eure langzeiterfahrungen!!

viele grüsse
rubie

gernegroß 99
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon gernegroß 99 » So 26. Jun 2016, 19:22

Liebe rubie,

Langzeiterfahrung habe ich nur vom "Hörensagen", da sagt man, dass die positive Wirksamkeit bezgl. der depressiven Phasen mit der Zeit abnimmt, oje, das macht mir selber Angst, denn dann wird auch der Essdruck wieder steigen in Korrelation.
Ich versuche wie Du, in dieser guten Phase jetzt Meter zu machen und habe zwischendurch echt helle Momente, was die Selbstreflektion angeht....
Zur Zeit fällt mir beispielsweise auf, dass ich immer wieder versuche, andere Leute für mich zu gewinnen, zu begeistern. Gelingt mir das, so werden sie uninteressant für mich. Andrerseits bin ich tierisch eifersüchtig, falls sich weranders, egal welchen Geschlechts, für eine Person "meiner Wahl" interessiert und auch Verabredungen mit ihr hat. Ich versuche also gewissermaßen, die Leute mit mir zu belegen, um sie wenig später fallenzulassen.
Sehr unsympathisch irgendwie und extrem ambivalent, da mein Selbstwertgefühl eher im Keller anzutreffen ist.
Entscheidungen kann ich ganz schlecht treffen, versuche immer, mich rückzuversichern, um zu erfahren, was gut für mich ist. Das weiß ich mit 43 Jahren noch nicht selber :,,,(
Sorry, rubie, das war jetzt noch viel eigener Kram dazu! Hoffe, Du behältst weiterhin Oberwasser!

Liebe Grüße
gg

rubie
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » Sa 2. Jul 2016, 17:34

liebe gernegroß,

find ich super, dass du von deinen erfahrungen berichtest, ich freu mich über deinen beitrag!

wenngleich mich dein hören-sagen-bericht natürlich beunruhigt, ich hab wirklich ... keine lust auf die rückkehr in die alte spur.

momentan merke ich, wie sich die ES wieder "regt". ich bin in einer für mich recht stressigen situation. seit 6 tagen und noch 9 weitere bin ich zu einem vollzeitseminar mit 59 anderen leuten, die an schulen arbeiten werden. wir lernen eine menge tolles und nützliches zeug, ich bin nachwievor begeistert von diesem job!! wir haben sehr viel spaß, sind aber eben auch die ganze zeit zusammen auf sehr engem raum. wir sind in einer herberge untergebracht, die mir schon jetzt fürchterlich eng erscheint. zu dritt teilen wir ein winziges zimmer und ich bin überrascht festzustellen welche luxus-standards ich mittlerweile gewöhnt bin: platz, relativ freie zeiteinteilung, viel zeit für mich allein, viel bewegung im alltag. hier sitzen und denken wir von 8 bis 20uhr oder länger im seminar, üben und arbeiten ganz viel. ich schlafe schlecht und träume wild, merke das mein hirnchen probleme hat all den stoff und den sonstigen input zu verdauen. und dann gibt es hier in recht kurzen abständen sehr gehaltvolle verpflegung und zwar mehr als ich eigentlich brauche. ich versuche so gut ich kann auf meinen hunger und meinen appetit zu hören, aber gerade durch die unvermeitlichen gruppendynamik kommt es häufiger vor, das ich mich nach dem essen und überhaupt, zu voll und träge fühle. da taucht dann der gedanke an die frühere (er)leichte(rnde) lösung auf. bisher nur als erinnerung, impuls, aber ich merke wirklich, die situation belastet mich. gleichzeitig ziehe ich mich mehr zurück, trinke fast gar nicht mehr. bisher schaffe ich es keine mahlzeiten auszulassen (aber der gedanke ist ständig da!)
und keinerlei lm als verboten zu betrachten. ich schlafe viel, höre von freunden... und konnte das bisher wunderbar loslassen, bin sehr ich. damit geht es soweit ganz gut... aber noch 9 tage vor mir...

herzliche grüsse,
rubie

rubie
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » Sa 2. Jul 2016, 19:03

p.s. liebe gerne groß, ich find es beeindruckend wie klarsichtig du auf deine beziehungsambivalenz schauen kannst! dieses bewusstsein ist ja schon mal ein entscheidener schritt! ich wünsche dir ganz viel veränderungskraft-mut und -freude!

den hinweis auf dein alter übrigens kann ich einerseits gut verstehen, andererseits, denke ich an meine mutter, die genau in diesem alter begann ihre muster zu durchbrechen und in den letzten 7 jahren immenses für sich erreich konnte. ausstieg aus alloholismus und arbeitssucht sind nur zwei grosse beispiele für ihre meilensteine in dieser doch recht kurzen zeit. ihr weg war yoga, gewaltfreie kommunikation und psychotherapie.

ich glaube fest daran, das egal wie alt wir sind, wir uns immer für eine weiterentwicklung (den weg der einem am meisten angst macht) entscheiden können!

ich hoffe das kommt jetzt nicht zu schwafelig rüber, bin ganz s chön platt von der woche.

liebe grüsse an dich

gernegroß 99
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon gernegroß 99 » So 3. Jul 2016, 20:13

Hallo rubie!

Klingt für mich sehr anstrengend, was du da gerade erlebst. Dass du dich so auf diesen Beruf freust und mit Feuereifer dabei bist, freut mich sehr für dich. Ein unschätzbarer Wert, wenn man merkt, was einen wirklich interessiert, wo man Stärken und Kompetenzen hat! Super, dass du die Chance wahrnehmen kannst und gerade nicht so sehr in den Geißeln der ES hängst.
Was du aber beschreibst, kenn ich genau. Dass "sie" unterschwellig wieder da ist, dass man ahnt, es könnte wieder schlechter werden, dass man sich selber zuschaut und fragt, wie lange soll das noch gutgehen?
Dass der Druck wieder steigt- supersupersuper cool, wenn du dennoch volles Pfund da mitarbeiten kannst und die "sinnvollen" Gedanken die anderen überwiegen,das zählt!
Den längsten Teil hast du ja schon rum, melde dich gern, wie weiterläuft, das finde ich sehr spannend!
Halt durch und bewerte nicht zu sehr!
Alles Liebe
gg

rubie
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » Mo 18. Jul 2016, 08:07

Hallo liebe gg, hallo liebes Forum,

seit einer Woche bin ich nun von den zwei intensiven Seminarwochen zurückgekehrt, ein Sack voll neuer Erfahrungen, neuer Bekanntschaften und sogar einiger neuer Freundschaften im Gepäck.

Am erfreulichsten: trotz der teilweise großen Herausforderungen, vielen, unbekannten Menschen auf engem Raum, fetter Essensversorgung, viel Stress, (sowohl pensumsmäßig, als auch emotional) konnte ich alle Rückfalltendenzen abwehren.

Es gab mehrere Punkte, an denen ich wirklich laut zu mir sagen musste, "Und das machst du jetzt nicht, das Gefühl wird vorbei gehen." Hat geklappt, wie durch ein Wunder habe ich auch das fieseste Völlegefühl ausgehalten, null gegengesteuert, weder sportlich verausgabend, noch auf Nahrung verzichtend, noch Nahrung wieder los werdend. Stattdessen habe ich viel geschlafen, telefoniert, spaziert, in der Sonne gelegen, mit Leuten vor Ort geredet... Es hat irgendwie geklappt, ich bin immernoch baff davon.

Zurück zuhause, dann erst einmal die totale Erschöpfung, es ging mir richtig scheiße. Und da auch kein Rückfall :o . Stattdessen zu Freunden, dort gepennt, mich tatsächlich päppeln lassen. Ach so, oben drauf noch eine gehörige Portion Liebeskummer, sonst wär´s ja auch zu fad gewesen. Trotzdem kein Rückfall, wenn auch wieder einmal viel Alkohol getrunken wurde, worüber ich mich wenig freue. Auch das Rauchen will kein Ende nehmen, geht auf die Stimme und mir richtig auf die Nerven, Hassliebe irgendwie. Ein Schritt nach dem nächsten, gewohnheitsmäßige Raucherin möchte ich nicht bleiben.

Alles im Umbruch, die ersten Unterrichtsstunden stehen nächste Woche an. Jetzt darf ich mich gerade erholen, habe aber auch viel zu tun. Und zu verarbeiten.

Viele Grüsse,
rubie

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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon Loewen_maeulchen » Mo 18. Jul 2016, 10:24

liebe rubie

das freut mich sehr!!! dass du auf dem "Boden" Fluoxetin so großartig alte Muster durchgebroche (durchbrochen...?) hast und andere Wege gefunden, deine Spannungen abzubauen und deine ECHTEN Bedürfnisse wahrzunehmen und zu befriedigen. Es laut sagen finde ich auch eine tolle Idee, das ist wirklich viel stärker als es nur zu denken.

Mir gehts auchw eiterhin gut damit. Wobei ich merke - wenn ich die einnahme einen oder zwei Tage vergesse, dann fühle ich mich gleich gereizter nd schlechter. Als ich früher Clomiparmin genommen habe, war der Einbruch wesentlich langsamer. Vielleicht hat Fluoxetin eine kürzere "Halbwertzeit"...? Oder vielleicht bilde ich mir das nur ein :P oder sonst irgendeine Wahrnehmungsverzerrung...?


Alles Gute!
LM

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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon rubie » Do 4. Aug 2016, 22:07

Liebes Löwenmäulchen, liebes Forum,

ich komme erst heute dazu mal wieder zu schreiben, viel zu tun und dann mal wieder krank geworden...

Mit der "Halbwertszeit" von Fluoxetin habe ich noch gar keine Erfahrungen, bisher hab ich ziemlich gewissenhaft drauf geachtet, es täglich ungefähr 18 Uhr oder mindestens abends einzunehmen.
Ich fühle mich auch stark darauf angewiesen, weil die Bulimie ja quasi schlagartig aufhörte, als ich mit dem Mittel begonnen habe. Ich hatte nach einer ziemlich schwierigen Einstellungsphase noch ungefähr drei Rückfälle, nachdem ich in den Wochen, Monaten und Jahren zuvor ja gemeinhin täglich mit dem essgestörten Verhalten gelebt habe. Brrrr, bitte das nur nie wieder, es war echt körperlich und seelisch so ein verflixtes Elend, aus dem ich aber einfach nicht rauskam. Jetzt glaube ich natürlich, das ich das Medikament brauche um sauber zu bleiben. Irgendwie auch gefährlich, oder? Habt ihr Erfahrungen mit Rückfällen trotz Antidepressivums? Bzw. damit nach dem Absetzen des Medikaments trotzdem ein ungestörtes Essverhalten fortführen zu können?

Die Schlafstörungen übrigens sind passé, vielleicht weil ich das Mittel nun schon fast fünf Monate nehme, vielleicht auch, weil ich nur noch wenig Zeit zum Schlafen habe, jedenfalls kommt mein Körper immer tip top runter, ich schlafe durch und meistens gut.

Allerdings bemerke ich, dass auch wenn die konkrete Bulimie sich gerade sehr auf Abstand hält und halten lässt (manchmal ist auch bewusste Gegenentscheidung nötig, Gegenhalten, Ablenken usw.), das heisst, ich keine Symptome, keine Essanfälle, kein Erbrechen "habe", ich dennoch immer wieder sehr mit meinem Körper(bild) und meinen Gefühlszuständen zu kämpfen habe.

Es stimmt also, liebes Löwenmäulchen, dass das Mittel für mich einen dringend benötigten Boden, eine Basis, in mein Leben gelegt hat, auf dieser Basis ich - besser denn je - symptomfrei klar komme.

Aber nach wie vor habe ich mich krassen Stimmungstiefs zu kämpfen, die mich echt ganz hilflos machen. Ich habe das auch in meinen Kalender eingetragen und finde das sie irgendwie mit meinem Zyklus zusammen hängen könnten, jedenfalls scheint es einen Rhythmus zu geben. Meistens gibt es für diese Einbrüche wenig Anlass im Hier und Jetzt, eher sind es Gefühle die mich "befallen", Gedanken, die ich nicht los werde, eine düstere Hoffnungslosigkeit, Selbstverachtung, Angst,... Reue... und das haftet mir dann so vier bis sechs Tage an. Ich komme dann zwar klar, habe aber keinen Antrieb, bin schrecklich lustlos, grüblerisch und unkonzentriert, kriege wenig auf die Reihe. Letze Woche hatte ich das wieder und habe dann aus nem Impuls heraus eine höhere Dosis Fluoxetin genommen, was eine richtig blöde Idee ist, viel hilft eben nicht viel. Aber ich war hilflos, weil ich auch nicht mehr wusste an wen ich mich wenden sollte, war selber eigentlich viel zu eingespannt um mich damit auseinanderzusetzen, aber ich konnte echt an nix anderes denken, außer an die Dinge, die mir fehlen, unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte, Minderwertigkeitsgefühle....

Tja, trotz der hocherfreulichen Hilfe durch das Mittel, ist mir sehr klar geworden, dass da noch manche Bausstelle liegt und ich will mir auf jeden Fall eine Therapeutin suchen, sobald ich meine Umstände etwas gesettelt habe. Es fällt mir nur sehr schwer zu akzeptieren, das diese "Stimmungsbehinderung" zu mir gehört und das ich damit umgehen muss. Für mich hat gesund sein immer bedeutet, voll durchstarten zu können, das Hindernis Bulimie hinter mir zu lassen und dann den Weg frei zu haben für das wahre, das kraftvolle Leben. Tja, aber Schwäche und Depression sind immernoch und weiterhin da. Ich bin nicht so stark, unabhängig, optimistisch und vertrauensvoll, wie ich es gerne wäre. Auch nicht so zuverlässig und leistungsstark. Sieht aus als wäre ich (gerade) eine eher zarte Pflanze, die auch mal schnell einknickt unter Belastung. Jedenfalls werde ich gerade dauernd krank, Husten, Schnupfen, Fieber,... das nervt und sieht soof aus, für meine neuen Arbeitgeber und Kollegen. Da kommt viel Schuldgefühl... hätt ich doch eine positivere Einstellung zu allem. Hätt ich doch besser auf mich aufgepasst... was stimmt denn mit meinem Imunsystem nicht, hab ich das durch ungesunde Verhaltensweisen zu sehr geschwächt? Bin ich nicht einfach selber schuld??

Immerhin habe ich trotz Krankheit weiterhin keinen Rückfall, sonst war das immer ein sicherer Garant für Essanfälle, Trostessen, Betäubungsessen,... Essen ist derzeit wirklich nicht das Problem. Eher meine Gedanken, meine Erwartungen, meine Ängste und mein Unvermögen. Aber das die Bulimie gerade keinen Raum in meinem Leben braucht ist ein großer großer großer Schritt für mich, den ich echt nicht verkennen darf! Aber ich möchte weiter kommen. Stabiler und unabhängiger werden. Diese schlimmen Tiefs sollen aufhören! Wie kann man das schaffen? Habe heute ein wenig im Netz recherchiert, aber nicht viel selbsthilfe tipps gefunden... habt ihr Ratschläge für mehr Ausgleich? Mir fällt nichts mehr ein, was ich noch verändern könnte... Bewegung, Ernährung, Schlaf, viel Lachen, Pause, Spiel, viel Kontakt mit lieben Leuten... eigentlich alles tipptopp.... Ich freue mich sehr über Tipps!

Herzliche Grüße und allen viel Kraft,
rubie

alesu
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Re: Antidepressivum Fluoxetin - Erfahrungen? Wirksamkeit?

Beitragvon alesu » Fr 5. Aug 2016, 14:51

Hallo rubie,

ich finde es super, dass Du Dir eine Therapeutin suchen möchtest, denn ich persönlich kann mir vorstellen, dass die Kombination der Verbesserung/Grundstabilität, die Du mit dem Fluoxetin erreicht hast und das Draufschauen, was war/ist da eigentlich los in diesen schlechten/schwierigen Momenten und was kannst Du tun, um damit einen anderen Umgang zu finden ein wirklch guter Weg sein könnte, um dauerhaft immer mehr Stabilität zu gewinnen und irgendwann auch ohne das Fluoxetin mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen und nicht von jeder kleineren Unebenheit aus der Bahn geworfen zu werden.

Zieh in Betracht, dass das möglich ist. Es ist zumindest meine eigene Erfahrung.

Ich habe glaube ich 5 Jahre mein letztes Antidepressivum genommen und am Ende konnte ich es ohne jede Schwierigkeit absetzen und es geht nun schon mehrere Jahre ohne das Medikament gut. Trotzdem es in diesen Jahren so einige Vorfälle gab, die Rückfälle in Depression und ES "gerechtfertigt" hätten.

Ich habe aber zusätzlich auch lange Jahre Therapie gemacht und viel gelernt. Über mich, meine inneren Mechanismen und Warnsignale. So dass ich heute meistens gut klar komme.

Ich weiß aber schlussendlich auch, dass vor allem eine schwere Depression nicht immer nur durch Psychotherapie behandelt werden kann. Ich für meinen Teil habe ganz klar den Vorsatz, mich nie wieder gegen eine von meiner Psychiaterin vorgeschlagene medikamentöse Behandlung im Fall des Falles zu versperren (ich weiß, dass sie das nur tun wird, wenn sie es wirklich nötig findet und dass ich dann vermutlich nicht in der Verfassung bin, da klar zu denken).

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg!

alesu


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